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Überarbeiteter vorläufiger Forderungskatalog
18. November 2009 14:42

Erstellt von admin in : Plenum , trackback

Bitte beachten: Dieser Forderungskatalog ist vorläufig. Punkte können noch geändert, ergänzt oder entfernt werden.


1) Einführung einer Verfassten Studierendenschaft

Wir fordern eine Wiedereinführung einer verfassten Studierendenschaften, die die Interessen der Studierenden aktiv nach außen vertritt.


2) Abschaffung der Studiengebühren

Das Recht auf Bildung ist garantiert gemäß Artikel 26 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ und gemäß Artikel 13 des „Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“ (PwskR), welcher von Deutschland 1968 unterzeichnet wurde.

Wir fordern die Staatsregierung auf, für eine Refinanzierung des Studiensystems zu sorgen, ohne die Studierenden zu belasten.

3) Grundlegende Überarbeitung des aktuellen Studiensystems

Die Studierendenvertretungen müssen maßgeblich an dem Überarbeitungsprozess beteiligt sein. Unsere Forderungen im Einzelnen lauten:

3a) Reduzierung der Arbeitsbelastung, des Notendrucks und der psychischen Belastung

Wir fordern die Staatsregierung auf, den Arbeits- und Zeitaufwand im Bachelor- Master-Studium in Zusammenarbeit mit den Hochschulen zu senken bzw. die Regelstudienzeit entsprechend anzupassen.

Wir fordern die Staatsregierung auf, in Zusammenarbeit mit den Hochschulen die zeitliche Gestaltung des Studienablaufs zu flexibilisieren und dabei besonders die Regelstudienzeit zu erweitern und die Kulanz bei Regelstudienzeitüberschreitungen zu erhöhen sowie Teilzeitstudiengänge zu ermöglichen

3b) Verbesserung der Mobilität

Wir fordern die Nationale und Internationale Anerkennung von Studienleistungen. Die Staatsregierung wird aufgefordert, auf Europa- und Bundesebene mit Nachdruck darauf hinzuwirken, dass die versprochene Mobilität des Bologna-Prozesses Realität wird. Die Anerkennung aller Leistungen eines oder mehrerer Auslandssemester muss durch entsprechende Vorschriften des Wissenschaftsministeriums und durch den Ausbau entsprechender Stellen an den einzelnen Hochschulen sichergestellt werden (– im Sinne der Lissabon Konvention).

3c) Akkreditierung aller Studiengänge

Die zügige Akkreditierung aller Studiengänge muss das erklärte Ziel des Staatsministeriums sein und sowohl finanziell als auch personell gewährleistet werden. Nur eine Akkreditierung gewährleistet eine dauerhafte Qualität der Studiengänge.

3d) Masterplätze für jede/n Bachelor-Absolventen/-in

Die Staatsregierung wird aufgefordert, auf Europa- und Bundesebene mit Nachdruck darauf hinzuwirken, dass jede/r Bachelor-Absolvent/in auch ein kostenloses und zulassungsfreies Master-Studium aufnehmen kann, sofern von ihr oder ihm gewünscht.

3e) Sicherung bzw. Wiederherstellung der Vielfalt des Studiums

Wir fordern die Staatsregierung auf, die Anzahl der wählbaren Nebenfächer im Bolognaprozess wieder stark auszubauen. Die individuelle Auswahl, besonders bei kleinen Fächern, muss erhalten bzw. wieder aufgebaut werden. Auch eine breite, auf Interessen und Fähigkeiten abgestimmte Hochschulbildung soll gewährleistet werden.

Die Staatsregierung soll mit Nachdruck auf die Hochschulen einwirken, die Anzahl von Pflichtveranstaltungen zu Gunsten von Wahl- oder Wahlpflichtveranstaltungen wieder deutlich zu reduzieren. Ein Hochschulstudium muss die Möglichkeit für Selbstbestimmtes Lernen bieten. Selbstbestimmtes Lernen heißt auch, dass die Anwesenheit nicht kontrolliert wird.

3f) Ermöglichung des Studienbeginns sowohl zum Sommer- als auch zum Wintersemester

3g) Ersatz des NC-Systems durch fachspezifische Auswahlverfahren

4) Verbesserung der Studienbedingungen

4a) Verbesserung der finanziellen Situation der Studierenden

Die Staatsregierung soll auf Bundesebene auf eine Erhöhung des BAFöGs hinwirken. Außerdem soll der berechtigte Personenkreis ausgeweitet werden. Das Ziel ist ein elternunabhängiges BAFöG.

Wir fordern die Staatsregierung auf, ein praxistauglicheres Studienfinanzierungsmodell

einzuführen. Dabei ist darauf zu achten, eine bedingungslose Finanzierung des Masterstudiums zu gewährleisten, unabhängig von der Konsekutivität und zeitlichen Planung des Masters.

Das Staatsministerium sollte das Versprechen eines umfassenden Stipendiensystems endlich umsetzen und dabei vor allem die finanzielle Situation der Studierenden stark berücksichtigen.

4b) Günstiges und faires Semesterticket an der FAU

4c) Finanzierung des Umstellungsprozesses der Studiengänge auf BA/MA

Wir fordern die Staatsregierung auf, ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um eine der größten Hochschulreformen der letzten Jahrzehnte zu realisieren. Die Einrichtung, Ausgestaltung und Umsetzung der Bachelor- und Masterstudiengänge ist zweifellos Grundvoraussetzung für die Studierbarkeit der neuen Studiengänge.

Insbesondere ist hier auf den momentan häufigen und ungesetzlichen Einsatz von Studienkoordinatoren und –Beratern aus Studiengebühren für die Verwaltung und Ausarbeitung von Bachelor- und Masterstudienordnungen zu verweisen!

Comments»

1. Asmaron - 18. November 2009

Spitze! Gut macht ihr das! Weiter so!!!
Bildung für alle!!!

Andi

2. jakob - 18. November 2009

zu 4a) “Das Ziel ist ein elternunabhängiges BAFöG.” – halte ich für Schwachsinn.

BAFöG vom Einkommen der Eltern unabhängig zu machen bewirkt, dass gerade die Studenten, die jetzt von ihren Eltern finanziert werden und nicht selbst arbeiten, mehr Geld kriegen.

ansonsten sieht’s ganz gut aus.

3. mike - 18. November 2009

zu 4a) Wenn schon, warum denn “nur” elternunabhängiges BAFöG?

Dann bitte schön für jeden das gleiche, auch für etwas besser situierte Studenten mit oder ohne reichen Eltern.

4. MBler - 18. November 2009

Im Maschinenbau-Forum kam folgende Frage auf:

ich war heut mal im Plenum. Da wurden allgemein Forderungen an die Bildungspolitik gestellt. Man sollte zusätzlich noch konkrete Forderungen an unsere Uni stellen. Da gibts doch bestimmt nochn Paar so, nennen wir es mal höflich, Missgeschicke, wie die Schranke an der Techfak.
Weiß jemand, ob die eigentlich schon mal erwähnt wurde?

5. nana{ - 18. November 2009

@jakob:
Du hast Recht, ein elternunabhäniges BAFöG erscheint auf den ersten Blick völlig unsozial. Allerdings….
- Da der BAFöG-Anspruch vom Bruttogehalt der Eltern gerechnet wird, liegen viele Eltern leider knapp drüber, ohne tatsächlich ihre studierenden Kinder über mehrere Jahre mit dem entsprechenden Höchstsatz (der den Kindern auch zusteht!) unterstützen zu können.
- Des Weiteren gibt es viele Fälle, in denen Eltern nicht zahlen wollen. Kaum ein Student hat die Zeit, das Geld und die Nerven, seine Eltern zu verklagen und sich auf einen mehrjährigen Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang (Zitat Rechtsberatungsstelle im Studentenwerk Erlangen) einzulassen.

Eine Alternativlösung wäre hier, die BAFöG-Regelung grundsätzlich zu entrümpeln und zu entbürokratisieren – so, dass auch Studenten, die von obigen Fällen betroffen wären, finanzielle Sicherheit gewährt werden könnte. Dann könnte das Ganze vom Einkommen der Eltern abhängig bleiben.

Das Grundproblem bleibt:
Ein straffes Vollzeitstudium mit vielen Macken, wie es der Bachelor gerade ist, verträgt sich nicht mit Studenten, die nebenher jobben müssen um sich teilweise oder völlig selbst finanzieren müssen.
Ein Optimierungsproblem mit zwei Unbekannten?
Ich denke nicht :)