jump to navigation

Endgültige Forderungen verabschiedet
19. November 2009 22:28

Erstellt von Presseteam in : Plenum , trackback

Im langen Plenum heute von 18 bis 22 Uhr wurden unsere Forderungen verabschiedet:

1) Einführung einer verfassten Studierendenschaft

Wir fordern eine Wiedereinführung einer verfassten Studierendenschaften, die die Interessen der Studierenden aktiv nach außen vertritt.

2) Abschaffung der Studiengebühren

Das Recht auf Bildung ist garantiert gemäß Artikel 26 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ und gemäß Artikel 13 des „Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“ (PwskR), welcher von Deutschland 1968 unterzeichnet wurde.

Wir fordern die Staatsregierung auf, für eine Refinanzierung des Studiensystems zu sorgen, ohne die Studierenden zu belasten.

3) Grundlegende Überarbeitung des aktuellen Studiensystems

Die Studierendenvertretungen müssen maßgeblich an dem Überarbeitungsprozess beteiligt sein.

Unsere Forderungen im Einzelnen lauten:

3a) Reduzierung der Arbeitsbelastung, des Notendrucks und der psychischen Belastung

Wir fordern die Staatsregierung auf, den tatsächlichen Arbeits- und Zeitaufwand im  modularisierten Studiengang in Zusammenarbeit mit den Hochschulen an die Studienzeit anzupassen.

Wir fordern die Staatsregierung auf, in Zusammenarbeit mit den Hochschulen die zeitliche Gestaltung des Studienablaufs zu flexibilisieren und die Kulanz bei Regelstudienzeitüberschreitungen zu erhöhen sowie Teilzeitstudiengänge zu ermöglichen.

3b) Verbesserung der Mobilität

Wir fordern die Nationale und Internationale Anerkennung von Studienleistungen.
Die Staatsregierung wird aufgefordert, auf Europa- und Bundesebene zu gewährleisten, dass die versprochene Mobilität des Bologna-Prozesses Realität wird.

Die Anerkennung aller Leistungen eines oder mehrerer Auslandssemester muss durch
entsprechende Vorschriften des Wissenschaftsministeriums und durch den Ausbau
entsprechender Stellen an den einzelnen Hochschulen sichergestellt werden (– im Sinne der
Lissabon Konvention.).

3c) Akkreditierung aller Studiengänge

Die zügige Akkreditierung aller Studiengänge an allen Hochschulen Deutschlands muss das erklärte Ziel des Staatsministeriums sein und sowohl finanziell als auch personell gewährleistet werden.

3d) Masterplätze für jede/n Bachelor-Absolventen/-in

Die Staatsregierung wird aufgefordert, auf Europa- und Bundesebene zu gewährleisten, dass jede/r Bachelor-Absolvent/in auch ein kostenloses und ein zulassungsfreies Master-Studium aufnehmen kann, sofern von ihr oder ihm gewünscht.

3e) Sicherung bzw. Wiederherstellung der Vielfalt des Studiums

Wir fordern die Staatsregierung auf, die Anzahl der wählbaren Nebenfächer im Bolognaprozess wieder stark auszubauen. Die individuelle Auswahl, besonders bei kleinen Lehrstühlen, muss erhalten bzw. wieder aufgebaut werden. Auch eine breite, auf Interessen und Fähigkeiten abgestimmte Hochschulbildung soll gewährleistet werden.

Die Staatsregierung soll mit Nachdruck auf die Hochschulen einwirken, die Anzahl von Pflichtveranstaltungen zu Gunsten von Wahl- oder Wahlpflichtveranstaltungen wieder deutlich zu reduzieren. Ein Hochschulstudium muss die Möglichkeit für Selbstbestimmtes Lernen bieten. Selbstbestimmtes Lernen heißt auch, dass die Anwesenheit nicht kontrolliert wird.

3f) Ermöglichung des Studienbeginns sowohl zum Sommer- als auch zum Wintersemester, unter Gewährleistung des Angebots an Einführungsveranstaltungen

3g) Das NC-System ist für die Feststellung der Eignung der Bewerber für den Studiengang nicht ausreichend

Wir fordern bei geringerer Gewichtung der Abiturnote ein ergänzendes Auswahlverfahren, das geeignet ist, um eine Eignung der Studienbewerber für ihr Fach zu prüfen.

3h) Durchlässigkeit im Bildungssystem verbessern

Wir fordern einen erleichterten Wechsel zwischen den Bildungszweigen und einen Hürdenabbau im zweiten Bildungsweg. Wir lehnen ein sozial selektives Bildungssystem entschieden ab.

4) Verbesserung der Studienbedingungen

Wir fordern eine Erhöhung des Bildungsetats, da Bildung ein existentielles Gut für unsere Gesellschaft ist.

4a) Verbesserung der Lehre

Zur Verbesserung der Studienbedingungen ist es grundsätzlich notwendig, die Lehre zu verbessern. Hierzu zählt die zusätzliche Vergabe von Dozenturen an den Hochschulen. Deshalb muss es garantiert sein, dass nach der Abschaffung der Studiengebühren die mit den Mitteln der Studiengebühren eingerichteten Dozenturen erhalten bleiben und fortgeführt werden.

4b) Verbesserung der finanziellen Situation der Studierenden

Die Staatsregierung soll auf Bundesebene auf eine Erhöhung des BAFöGs hinwirken. Außerdem soll der berechtigte Personenkreis ausgeweitet werden.

Erweiterung des BAFöGs über die Regelstudienzeit.

Wir fordern die Staatsregierung auf, ein praxistauglicheres Studienfinanzierungsmodell
einzuführen. Dabei ist darauf zu achten, eine bedingungslose Finanzierung des Masterstudiums zu gewährleisten, unabhängig von der Konsekutivität und zeitlichen Planung des Masters.

Das Staatsministerium sollte das Versprechen eines umfassenden Stipendiensystems endlich umsetzen und dabei vor allem die finanzielle Situation der Studierenden stark berücksichtigen.

Erhöhung der Vermögensgrenze.

4c) Finanzierung des Umstellungsprozesses der modularisierten Studiengänge

Wir fordern die Staatsregierung auf, ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um eine der größten Hochschulreformen der letzten Jahrzehnte zu realisieren. Die Einrichtung, Ausgestaltung, Umsetzung sowie des Ausbaus der modularisierten Studiengänge zweifellos Grundvoraussetzung für die Studierbarkeit der neuen Studiengänge.

4d) Wir sprechen uns für eine Kooperation der Hochschulen mit der Wirtschaft aus, jedoch gegen Lobbyarbeit und Privatisierung von Hochschulen

4e) Kostenloses Semesterticket an der FAU

4f) Einführung eines Studentenausweises, der überall in der Uni eingesetzt werden kann, zum Beispiel in Universitätsbibliothek, Mensa und Kopierraum bei gleichzeitiger Gewährleistung des Datenschutzes

5) Zentralisierung des Bildungssystems

Bildung soll Bundessache werden.

Die von uns geforderte grundlegende Überarbeitung des deutschen Bildungssystems betrifft nicht nur die Universität, sondern auch die Schulen. Deshalb unterstützen wir die Forderungen der Schüler zu einer Überarbeitung des Schulsystems.

Comments»

1. kenner - 19. November 2009

Besser informieren wäre nicht schlecht…

Punkt 4f ist schon lange beschlossene Sache

Ansonsten passt das einigermaßen

2. Rainer Müller - 19. November 2009

@kenner: Woher nimmst du diese Information?

3. Lee - 19. November 2009

saubere Arbeit!

4. califax - 20. November 2009

@Müller: Nennt sich single sign on und wird vom Rechenzentrum schon eine ganze Weile betrieben. Das ist ein Gesamtkonzept, zu dem unter anderem auch CampusOnline gehört.
Kriegt man auf Nachfrage mitgeteilt und ist auch irgendwo auf der FAU-Website versteckt.

5. Rainer Müller - 20. November 2009

@califax: Nein, die Forderung hier hat nichts mit dem Single-Sign-On zu tun. Es geht hier konkret um einen Ersatz in Form einer Plastikkarte für den Papierausweis. Dazu gibt es zwar eine Arbeitsgruppe, allerdings wurde da bisher keine endgültige Entscheidung getroffen, dass das wirklich umgesetzt wird.

6. califax - 20. November 2009

Interessant. Mir wurde gesagt, das wäre gekoppelt. Nuja.

Ließe sich beschleunigen, wenn man mal bei SIEMENS, IBM, et al. anruft und rotzfrech nach einer gespendeten Lösung mit Unixanbindung fragt.
Dann wären die sicher existenten Bedenkenträger in einiger Erklärungsnot…

7. Katharina - 20. November 2009

Ich finde die Forderungen teilweise sogar ein bisschen zu krass. Abschaffung der Studiengebühren? Klar, wichtig, aber wie wärs mit einer Forderung à la Studiengebühren deutlich verringern und “Ratenzahlung” möglich machen. Zusätzlich sollten Studiengebühren von uns auch direkt an unserer Uni eingesetzt werden. Das würde mir schon reichen.
Kostenloses Semesterticket? Völliger Unsinn, das bekommen andere ja auch nicht – die haben dann eben höhere Semesterbeiträge und über die können wir uns ja nun wirklich nicht beschweren. Sinnvoller wäre doch da: Semesterticket, was für einen größeren Bereich gilt und wesentlich günstiger ist als jetzt – auch wieder: monatliche Zahlung möglich.
Ansonsten will ich ja nicht nur rummeckern: ihr habt echt gute Arbeit geleistet!

8. user - 20. November 2009

immer noch der selbe fehler. viel zu viele forderungen, die zudem oft überzogen sind.
verfasste studentenschaft – würde nichts verändern (politisches intereesse der studenten im alltag zu gering – leider)
reduzeirung der arbeitsbelastung – schlichtweg unsinnig. leute das studium ist nicht (nur) zum feiern da. mein studium ist zumindest im grundstudium zu 95% identisch mit der aktuellen ba/ma variante und das war mit viel freizeit und guten noten bei vergeleichsweise wenig aufwand sehr gut machbar. ihr müsst euch eure zeit nur gut einteilen…
masterplätze – wenn wirklich für jeden ba-studenten ma-studienplätze bereitgestellt würden, würden schätzungsweise 2/3 davon leerstehen was eine verschendung von öffentlichen mitteln darstellt. ich finde die anzahl sollte bedarfsorientiert mittelfristig angepasst werden und kruzfristig sind auswahlverfahren durchaus sinnvoll, weil sie dazu animieren nicht diese “4-gewinnt” strategie zu fahren.
das nc-system halte ich für völlig ausreichend. klar wer zb medizin studieren will braucht evtl nichts von seinen geschichtskenntnissen. aber es geht in der schule ja auch nicht um wissen, sondern darum, dass man das lernen lernt. und wer (medizin) studieren will muss in der lage sein auch sachen zu lernen die ihn nicht interessieren. hier sollten die eltern zur aufklärung gedrängt werden, dass sie ihren kindern klarmachen, dass schulfächer nicht nur fachwissen vermitteln und es eine notwendige fähigkeit ist etwas zu lernen was einem nicht zusagt.
die finanzielle situation ist auch nicht so schlecht, mit bafög und studienkrediten ist das durchaus machbar und fair. wer etwas studiert wo er später nicht sagen kann ob er mal überhaupt was verdient, belastet sonst nur die allgemeinheit. so wird sichergestellt, dass sich jeder über die risiken gedanken macht. und wenn man nach dem studium einen job hat ist es nicht schwer diese kredite zurückzuzahlen. ich mein es gibt schon so viele mechanismen die hier einen ausgleich fördern und finde diese ausreichend.
das semesterticket ist – wie auch schon bei der letzten fassung ausführlich diskutiert – von vielen nicht gewollt und gleichzeitig nicht zu einem ach so günstigen preis realisierbar wie es manche behaupten. nur als kleines beispiel, dass das woanders ja auch geht, ja aber nicht günstig. in giessen zb gibt es ein ziemlich weitreichendes semsterticket dazu, aber dafür kostet der studienbeitrag auch 219,75€ und nicht 54€ (studiengebühren gibt es dort nicht). ich finde es inakzeptabel eine mehrbelastung von 100-150€ allen aufzudrücken nur weil _ein teil_ diese tickets benötigt.

9. califax - 20. November 2009

aber es geht in der schule ja auch nicht um wissen, sondern darum, dass man das lernen lernt.

Aua!

Woran man Idioten, Scharlatane und Schulversager erkennt:

Wenn die Eisberge schmelzen/das Packeis schmilzt, steigt der Meeresspiegel.

Die Klimaerwärmung gefährdet das Überleben der Eisbären.

Die Abwrackprämie rettet Arbeitsplätze und schützt die Umwelt.

Wenn man Unternehmen besteuert, werden die Arbeitnehmer entlastet.

Die DDR war ein Sozialstaat.

Die Bundesrepublik spart bei den Sozialleistungen.

Bachblütentee, Homöopathie, Schüßlersalze, Feng Shui, Horoskope, Eigenurintherapie.

An diese zitierten Betrugsmaschen glauben nur Menschen, die in Physik, Geschichte, Grundrechenarten und Biologie gepennt haben.
Und im Ergebnis werden sie von Betrügern in Politik, Wirtschaft und Lobbyverbänden nach Strich und Faden betrogen und belogen.

Bildung, liebe Leute, ist etwas anderes als ein Berufsabschluß.
Bildung ist der Unterschied zwischen leichtgläubigen Naivlingen und aufrechten denkenden Menschen.

10. user - 20. November 2009

ich finde das unpassend diese zitate mit meiner äußerung zu vergleichen. in der schule findet leider keine großartige bildung statt, sondern man wird oft gezwungen unreflektiert stoff auswenig zu lernen. was man jedoch sehr wohl mit auf den weg bekommt sind soziale fähigkeiten und auch einsichten, dass nicht immer alles fair und gerecht ist in der realen welt. auch die fähigkeit mit mit themen aueinanderzusetzen die mich nicht interessieren bekommt man dort zumindest nahegelegt.
das meinte ich mit meiner äußerung. ich weiß nicht ob das falsch rüber gekommen ist, aber das ist in meiner sicht die realität in der schule – unabhängig von dem was wünschenswert wäre.

11. califax - 20. November 2009

Ich hab den Unsinn nicht mit Deiner Äußerung verglichen und auch gleichgesetzt. Das wäre wohl auch eine Beleidigung. 🙂

12. user - 20. November 2009

ok, dann hab ich das falsch verstanden…

13. sasa - 20. November 2009

Halte die Forderungen für sehr gut! Gerade weil die Forderungen so weitreichend sind halte ich sie für richtig. Wenn wir selber schon mit der Schere im Kopf argumentieren, kann das doch nix werden! Weiter so!

14. FAU brennt - Christians politische Gedanken - 21. November 2009

[…] jetzt darf ich mich gleich entschuldigen, beim weiterlesen habe ich die Forderungen detaillierter gefunden, also genau das was ich oben bemängelt habe war zu unrecht…. sehr […]