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Pressemitteilung der Besetzer des Audimax der FAU Erlangen-Nürnberg vom 20.11.2009, 17:20
20. November 2009 17:25

Erstellt von Presseteam in : Pressemitteilungen , trackback

Betreff: Stellungnahme Rektor Prof. Dr. Grüske zu unseren Forderungen

Mit der Bitte um Veröffentlichung!

Sehr geehrte Vertreter der Presse,

heute sprach unser Rektor Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske im Audimax der Universität Erlangen zu mehr als 1000 versammelten Studenten, Schülern und Interessierten. Er nahm dabei ausführlich Stellung zu dem Forderungskatalog der Studenten, der ihm heute Vormittag überreicht wurde. Eine Zusammenfassung seiner Rede:

Prof. Dr. Grüske betont, dass er nicht vor uns redet, weil er das müsse, sondern weil er es will. Er sei freiwillig hier. Er habe sich sofort nach Erhalt unserer Forderungen diesen gewidmet und seine Stellungnahme hier ausgearbeitet.
In unserem Forderungen Katalog habe er 15 Punkte mit einem entschiedenen „Ja!“ gekennzeichnet, nur zwei Punkte lehnt er ab. Bei mehreren Punkten könne er nicht direkt handeln, hier sei die Politik gefordert.
So sei die Forderung nach einer verfassten Studierendenschaft ein Punkt, der durch Gesetzänderungen zu schaffen sei.
Er sei ein Freund der Studiengebühren, wenn – wie es der Fall sei – die Studenten paritätisch mitentscheiden können und eine risikofreie Finanzierung der Gebühren durch die Studenten möglich sei.
Bei der Umsetzung des Bolognaprozesses seien, vor allem von Seiten der Politik, Fehler gemacht worden. Es bestehe eine Chance, das jetzt zu ändern. Er betont aber auch, dass viele Mängel, die seitens der Universität behoben werden konnten, auch schon in enger Zusammenarbeit mit der Studierendenvertretung behoben wurden.
Zu den Bachelor-/Masterstudiengängen werden schon jetzt Verbesserungen umgesetzt, um den Arbeitsaufwand zu reduzieren. Auch in Hinblick auf den doppelten Abiturjahrgang 2011/12 würden mit der Politik Rahmenbedingungen besprochen.
Man müsse die geforderten Akkreditierungsverfahren differenziert betrachten, denn eine Akkreditierung einzelner Studiengänge schaffe einen Einfluss von außen und mache die Universität unflexibel. Stattdessen stelle er sich eine Akkreditierung des gesamten Systems vor.
Zulassungsfreie Masterstudiengänge seien momentan nicht machbar. Hier bestehe Handlungsbedarf der Politik. Das Drängen der Wirtschaft auf junge Studenten habe zu Studienabgängern mit Bachelor geführt.
Verfahren um die Eignung für einen Studiengang festzustellen, seien notwendig, aber auch durch Gespräche zu realisieren. An der Durchlässigkeit des Bildungssystems und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens müsse gearbeitet werden.
Die finanzielle Situation betreffe nicht nur die Studenten, sondern auch Dozenten. Darum sei er auch schon 2003/04 bei Demonstrationen auf der Straße gestanden, um gegen die Kürzung des Bildungsetats zu demonstrieren. „Da können Sie mich seit 10 Jahren zitieren: wir sind eindeutig unterfinanziert! […] Wir fordern da mit Ihnen mit“, so Grüske.
Die Höhe des Bafög müsse bundesweit geklärt werden, auch seien mehr Stipendien nötig. Jedenfalls dürfe niemand durch seine finanzielle oder soziale Situation an einem Studium gehindert werden.
An einem einheitlichen Studentenausweis werde gearbeitet. Jedoch sei es schwierig, im Nachhinein Kopierkarte, Mensakarte, Bibliotheksausweis usw. in einen Ausweis zusammenzufassen.
Ein kostenloses Semesterticket sei von seiner Seite, nicht aber von der VAG [lokaler öffentlicher Nahverkehr] und der Politik gewünscht. Es müssen Gespräche geführt werden.
Abschließend sagte Grüske, dass er uns viel Erfolg beim Durchsetzen unserer Forderungen wünsche und das Audimax nicht räumen lassen werde.

Trotz einiger inhaltlicher Differenzen begrüßen wir, dass unser Rektor nicht den Kurs einiger anderen Universitäten einschlägt und den besetzten Hörsaal durch die Polizei räumen lässt.

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Comments»

1. capo - 20. November 2009

Durchaus bemerkenswert!

2. FAU Brennt! » Protokoll vom Infoplenum 21.11.2009, 13:00 - 21. November 2009

[…] Infos über die Rede von Rektor Grüske […]