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Video: Die Bildung wird zu Grabe getragen
25. November 2009 01:42

Erstellt von Presseteam in : Bilder und Videos , trackback

In Erlangen tragen die Studierenden die Bildung zu Grabe. Über Jahre hinweg hat sie gute Dienste geleistet, jetzt wurde sie in Erlangen beerdigt. Vor dem Rathaus erwiesen ihr 800 Trauernde die letzte Ehre.

Beileidsbekundungen können jederzeit im Audimax der Uni Erlangen sowie in allen besetzten Universitäten in Deutschland abgegeben werden.

Comments»

1. Tweets die FAU Brennt! » Video: Die Bildung wird zu Grabe getragen erwähnt -- Topsy.com - 25. November 2009

[…] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Flo, Flo erwähnt. Flo sagte: http://faubrennt.de/2009/11/25/video-die-bildung-wird-zu-grabe-getragen/ […]

2. Setzkasten - 25. November 2009

“Rest in peace” wäre hier falsch, hoffen wir auf eine Auferstehung!

3. Tini - 25. November 2009

Was für ein cooooles Video! Respeeekt!

Und ich kann auch nur sagen:

Die Bildung ist tot — ES LEBE DIE BILDUNG!!!

4. Klaus - 25. November 2009

eine arena-aktion mit poetry-slam-kommentar…

die grablegung der bildung und die behauptung, der bolognaprozess habe sie ermordet, sind natürlich schöne ausreden für die eigene nichtbildung, mangelndes interesse am und ausbleibenden erfolg im studium.
die eigentlichen mörder der bildung sitzen tagtäglich in den vorlesungen und seminaren (natürlich nur in denen mit strikter anwesenheitspflicht – alles andere wäre ja unnötige bildung), sind unaufmerksam, hindern andere durch asoziales verhalten am aufpassen, lesen gerade das nötigste, und selbst das nur ungern (alles andere wäre ja unnötige bildung), gucken einen schief an, wenn man sich erdreistet, regelmäßig mitzuarbeiten und schreien jetzt nach einem freieren studium. oder einfach nach mehr bequemlichkeit.

als ob wahre bildung ausschließlich an der uni stattfinden könnte und sollte. allen trauernden steht es frei, sich in ihrer freizeit weiterzubilden und etwas offener für das studium bzw. seine inhalte zu sein.
aber soviel verantwortung für sich selbst und ihr zukünftiges berufliches leben zu übernehmen, ist ihnen wohl zuwider, weshalb sie lieber die bildung bestatten, bevor jemand auf die idee kommt, mit dem finger auf die mitschuldigen ihres vermeintlichen todes zu zeigen, die ständig nur entlastung fordern, ohne wirklich eine angemessene gegenleistung erbringen zu wollen (natürlich gibt es viele ausnahmen, aber wenn “ihr” pauschalisiert und meint, für “die studenten” zu sprechen, dann pauschalisiere ich auch mal ein wenig).

und bitte lasst euch von niemandem erzählen, er hätte keine zeit für bildung abseits der uni. ich habe 30+ sws und schreibe sieben klausuren. trotzdem finde ich noch ausreichend gelegenheit, bücher zu lesen, meinen horizont auf verschiedenste arten und weisen zu erweitern und sogar fachfremde vorlesungen zu besuchen (ich habe übrigens nebenher auch noch ein leben, soziale kontakte, einen arbeitsplatz und einen freien tag – sowas geht wirklich).
aber diese vorstellung scheint den meisten protestlern nicht in den kram zu passen. sie schwelgen momentan lieber in ihrer revolutionsromantik, stellen illusorische forderungen auf und organisieren demonstrationen der selbstdarstellung, auf denen sie polemische bis alberne parolen brüllen. und bei alledem nehmen sie sich selbst und ihre sache viel zu ernst. wie wärs mal wieder mit etwas reflexion und kritischem hinterfragen? konstruktiv is anders.

ich könnte jetzt den forderungskatalog punkt für punkt durchgehen, aber das lasse ich lieber. nur soviel: die “verschulung” der uni ist ein logisches produkt der heutigen zeit und der real existierenden studenten. bei fragen wie “kommt das in der klausur dran?”, beschwerden darüber, dass die ppt-folien der vorlesung einen tag danach immer noch nicht online sind und dem elend der studentenreferate (20 rechtschreibfehler auf 3 seiten handout sind keine seltenheit) gewinnt man schnell den eindruck, die verschulung sei nicht nur von den studenten provoziert, sondern irgendwie auch von ihnen gewünscht.

ihr wollt alles umsonst. ihr wollt alles sofort. ihr wollt alles. und was tut ihr dafür?

5. martin - 25. November 2009

super geworden! weiter so. ich konnte gestern leider nicht dabei sein. muss aber eine super atmosphäre gewesen sein!

6. user - 25. November 2009

@Klaus
seh ich auch so. schön formuliert

7. Bildung verstorben – Bewegende Bilder der Trauerfeier aus Erlangen | Endl.de Weblog - 25. November 2009

[…] der Uni Erlangen sowie in allen besetzten Universitäten in Deutschland sowie online unter http://www.faubrennt.de kund getan […]

8. alex - 25. November 2009

@Klaus
schön geschrieben…. ich kann leider nur mit einem zitat aufwarten:
yeah… well, ah… thats just like…. your opinion man. (the dude)

wenn tausende studenten auf die straße gehen und sogar lehrende (und zwar eine große mehrheit der lehrenden) unsere forderungen teilen, dann muss da wohl irgendwas dran sein.
ich wünsch dir im übrigen viel spaß beim haus bauen und kinder kriegen. du scheinst ja drauf hinzuarbeiten ein perfektes, aber leider nicht sehr individuelles und austauschbares, rädchen in der großen maschine die wir NOCH gesellschaft nennen zu werden.

@aktion:
sehr schöne sache, amüsiert mich total. mehr solche aktionen bitte.

peace
alex

9. anderer user - 25. November 2009

@Klaus:
Natürlich gibt es Studenten, die nur noch das nötigste Lernen. Aber das machen sie größtenteils, weil das in der Schule schon wichtig war, damit der NC passt. So schnell wie möglich so viel wie möglich in den Kopf bringen, damit die Klausur gut wird. Alles andere zählt nicht.
Jetzt an der Uni geht es mit den vielen Prüfungen haargenau so weiter. Wie soll man denn den in deinen Augen “faulen” Studenten vorwerfen, dass sie nur das Nötigste tun, wenn sie ständig dazu bewegt werden nur ihre Klausuren gut zu bestehen, weil doch nur das zählt?!
Dass es nicht richtig ist, bestreite ich nicht, aber es ist der Weg der ganz klar in diesem System am einfachsten zum Erfolg führt! Alles andere zählt ja auch nicht so viel!

Das Video find ich gut! Ich hoffe auf eine Auferstehung;)

10. Tanja - 25. November 2009

Das ist einfach ein Hammer Video ich
bin ein sehr emotionaler Mensch und ich muss euch sagen
dies hat mich tief bewegt.

Ich hoffe auf die Auferstehung der Bildung

11. Felix - 25. November 2009

Klasse Aktion =)

Die EN schreiben:

“Friedlich blieb es auch am Abend, als rund 2500 streikende Studierende ihre Debatten im Audimax unter- und zu einem Trauermarsch durch die Stadt aufbrachen. Unter den Klängen von Verdis Requiem zog die Trauergemeinde zum Rathausplatz, wo die akademische Bildung durch den «Totengräber» und Germanistik-Studenten Felix Engelhard würdevoll bestattet wurde (Bericht im Regionalteil).”

Ja wie viele wart ihr denn nun?

12. W.S. - 25. November 2009

@Klaus:

Schön, dass du Erfolg und anscheinend auch soetwas wie Erfüllung in deinem Studium findest, dass dein Privatleben offenbar wunderbar hinhaut und du sogar noch Zeit und Kraft zum Arbeiten findest.

Nicht jeder Kommilitone ist aber jemand wie du mit anscheinend perfekt geöltem Zeitmanagment, absoluter Resistenz gegen persönliche Krisen, durchgestähltem Leistungsethos und es wäre auch falsch, das mit Verweis auf die eigene Situation zu fordern. Menschen sind unterschiedlich, zum Teil von Geburt an, zum Teil durch ihre Lebenserfahrungen. Ich finde es nicht verwunderlich, dass viele es nicht hinbekommen sich dem einheitlichen und schlecht optimierten Raster anzupassen.
Das Problem könnte dadurch entschärft werden, dass man eine bessere Betreuungssituation garantiert: Kleinere Veranstaltungen, intensiverer Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden (d.h. auch intensivere Leistungskontrolle und zeitnahe Erörterung von Problemlösestrategien, wenn bei einem Studierenden etwas aus dem Ruder zu laufen droht). In Sachen Betreuung stehen wir im Vergleich der Industriestaaten wirklich auf einem schlechten Platz.

Und vielleicht kommst du auch selber ein bisschen weg von der Polemik. Dass die Demonstranten dieselben sind, die dir negativ in den Seminaren auffallen, ist eine Unterstellung, die du erstmal belegen musst. Alle von denen, die ich unter den Teilnehmern kenne, sind gute bis sehr gute Studenten, die mit denen, von denen du oben geredet, wohl kaum etwas zu tun haben.

Und wenn du dich schon über fehlende Konstruktivität und Reflexion aufregst, solltest du deinen eigenen Beitrag hier nicht aussparen. Der hat nämlich auch bemerkenswert wenig von selbigem zu bieten.

13. user - 25. November 2009

“auch intensivere Leistungskontrolle” fordert ihr nicht das gegenteil mit freierem studium, selbstständigem lernen und weniger leistungsdruck?

gerade die freiheit, die wir aktuell im studium haben ist doch das schöne daran. dabei ist vieles kopfsache ob man das als frei empfindet oder nicht. andere staaten wie zb usa als vorbild des ba/ma systems sind in der hinsicht viel verschulter. in meiner familie haben ein paar (zeitweise) in usa studiert und dort hat man sehr regelmäßige prüfungen und viele pflichtfächern (hauptsächlich beim bachelor). zb kurse wie englisch muss dort (fast) jeder belegen unabhängig vom studiengang…
das betreuungsverhältnis ist durchaus besser, dafür zahlt man aber auch idr an normalen staatlichen universitäten (nix elite oder sonstwas) 4000-9000$ pro trimester. wäre euch das lieber?

@en: käsblatt ^^
2500 is dezent übertrieben…

14. Sunny - 25. November 2009

Super Aktion und klasse Video!!! Macht weiter so!

Ich hoffe täglich auf die Auferstehung der Bildung …

15. gregori - 26. November 2009

in meinen elf Jahren in Deutschland der größte Unfug, den ich gesehen habe.