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Meinung (30)
30. November 2009 21:18

Erstellt von Presseteam in : Meinungsbild , trackback

Ich studiere Theater- und Medienwissenschaft und Germanistik im 5. Semester, sprich, ich gehöre der ersten BA-Generation, also den Versuchskaninchen an. Zunächst möchte ich ein Lob an das Institut für Theater- und Medienwissenschaft aussprechen, da man hier wirklich ein Bemühen der Dozenten um Verbesserung merkt. Es wird immer der Dialog gesucht und Verbesserungsvorschläge werden gerne angenommen und es wird auch versucht, diese umzusetzen. Somit wurde auch mittlerweile schon wieder einiges verändert. Es wäre schön, wenn der Studiengang insgesamt noch etwas flexibler gestaltet werden würde. Manchmal scheint es hier nämlich doch sehr verschult. Außerdem sollte die Möglichkeit, sich praktisch zu betätigen vereinfacht werden und nicht nur an die studentischen Projekte wie Arena, Unimax oder Uni t-Fau gekoppelt sein. Ein konkreter Vorschlag wäre hier, dass es jedem Studenten ermöglicht werden sollte zum Beispiel einen Kameraworkshop zu machen. Ein solcher Workshop wird pro Semester nur für etwa 15 Leute angeboten und das erscheint mir zu wenig. Außerdem wäre es wünschenswert, wenn es mehrere kleine Praxisprojekte gäbe, die in das Studium eingegliedert sind, wo man in kleinen Gruppen an Projekten arbeitet. Momentan ist es so, dass sich ein Projekt über drei Semester zieht, was es unter anderem erschwert ins Ausland zu gehen.

In der Germanistik kann ich im Moment leider gar kein Lob aussprechen… Im Folgenden habe ich versucht die lange Liste auf drei Punkte zu kürzen:

– Als ich angefangen habe wurde uns gesagt man braucht für Germanistik keine Lateinkenntnisse. Dies haben sich einige Leute dann aber anders überlegt und nun brauchen wir bis zum Anfang 5. Semesters einen Nachweis über Lateinkenntnisse. Das heißt, man muss über zwei Semester einen Kurs á 6 SWS besuchen! Was das für die zusätzliche Arbeits- und Zeitbelastung bedeutet muss ich an dieser Stelle wohl nicht weiter erläutern. Dass man Latein für ein BA Germanistik Studium überhaupt benötigt, ist mir immer noch ein Rätsel. Bisher hat es mir in keinerlei Hinsicht weitergeholfen und da ich schon fast fertig bin, wird es das auch nicht mehr. Mein konkreter Vorschlag: Für Studenten, die Germanistik als Zweitfach studieren und nicht vorhaben in diesem Fachbereich einen Master zu machen, sollte diese Regelung abgeschafft werden.

– Wir müssen in Germanistik bis zum 5. Semester keine Hausarbeiten schreiben, sondern werden in 90 min. Klausuren abgeprüft. Dies halte ich insbesondere für ein geisteswissenschaftliches Studium die falsche Vorgehensweise. Man sollte sich intensiv mit einem Thema auseinander setzen und dies nicht in wenigen Minuten abhandeln. In einem LK Deutsch wurde in dieser Hinsicht mehr verlangt… Schließlich bleibt auch mehr hängen, wenn man eine Hausarbeit schreibt. Wenn man innerhalb von zwei Wochen bis zu 7 Klausuren schreibt, kann man sich ausrechnen, wie viel Wissen hinterher überhaupt noch vorhanden ist.

– Es ist nahezu unmöglich, sich zu spezialisieren. Es gibt drei Teilbereiche (Linguistik, Mediävistik, NDL), die alle zu fast gleichen Anteilen belegt werden müssen. Drei Bereiche, die an anderen Unis als eigene Studiengänge auftreten, sollen hier innerhalb von 6 Semestern studiert werden. Dass hier nicht in die Tiefe gegangen werden kann und alles nur angerissen werden kann, dass die Dozenten allerdings versuchen trotzdem in die Tiefe zu gehen (durchaus verständlich), erhöht das Arbeitspensum enorm. Mein Vorschlag daher: Man sollte in allen Bereichen vielleicht einen Einführungskurs besuchen und sich dann auf einen Bereich spezialisieren können. Zudem wäre es wünschenswert, wenn die Kommunikation innerhalb der drei Fachbereiche verbessert werden würde. Die Germanistik versteht sich offensichtlich nicht als Germanistik, sondern als der jeweilige Fachbereich, wo jeder sein eigenes Süppchen kocht. Es wäre schön, wenn es auch in der Germanistik eine Art Vollversammlung zu Beginn des Semesters geben würde (wie es auch in Theater- und Medienwissenschaft der Fall ist), die einerseits als Infoveranstaltung gilt und andererseits auch als eine Plattform fungiert, in der die Studenten mit den Dozenten in Dialog treten können und Kritik äußern können.

Claudia, Theater- und Medienwissenschaft und Germanistik (5. FS)

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