Theaterstück der Theater AG der Flüchtlingsunterkunft Würzburg bei uns im Audimax
3. December 2009 18:22
Erstellt von Presseteam in : Ankündigungen, Programm , trackback
Fällt leider aus!
Die AG Medizin und Menschenrechte und die Besetzer des Audimax der FAU präsentieren das Theaterstück:
“Aus dem Leben des Salim”
und zwar am Dienstag, den 8.12.2009, um 19.00 Uhr hier bei uns im Audimax.
Die Theater AG der Flüchtlingsunterkunft in Würzburg feiert somit bei uns den ersten Auswärtsauftritt ihres interaktiven Theaterstückes nach afrikanischer Spielweise, das im Rahmen eines AIDS-Präventionsprojekts erarbeitet wurde.
Wir sind froh, die Theatergruppe bei uns begrüßen zu dürfen und freuen uns zum einen auf ein interessantes Stück und zum anderen auf zahlreiches Erscheinen eurerseits.
Der Eintritt ist natürlich kostenlos.
Nachtrag: Auf Grund bürokratischer Hürden ist es einem der Schauspieler leider nicht gestattet, den Landkreis Würzburg zu verlassen. Deswegen muss das Theaterstück leider ausfallen!

Comments»
Hi,
die Formulierung “Auf Grund bürokratischer Hürden” verschleiert den Grund, weshalb die Leute nicht nach Erlangen dürfen.
Flüchtlinge in Deutschland leben in sogenannten Gemeinschaftsunterkünften, Lagern, die abgesehen von den bei allen Lagern miserablen Lebensbedingungen, oft abgeschieden am Rande der Stadt und kaum bekannt sind (in Erlangen gibt es drei).
Sie sind der “Residenzflicht” unterlegen, d.h. sie dürfen ihren Bezirk nicht verlassen (Von Erlangen z.B. nicht nach Nürnberg fahren). Jedes Mal, wenn sie es doch tun wollen oder müssen, müssen sie einen Antrag stellen. Diese Anträge können willkürlich abgelehnt werden, und bei politischen Veranstaltungen wie Demonstrationen für Menschenrechte (der Flüchtlinge) oder Unibesetzungen werden diese meist nicht stattgegeben.
Es sind keine bürokratischen Hürden, die hier die Leute verhindern, sondern rassistische und ausschließende. Es wäre nicht mehr Bürokratie, diesen Antrag stattzugeben und selbst wenn stände es in keinerlei Verhältnis.
Es gibt eine Gruppe in Erlangen, die sich mit Flüchtlingsarbeit beschäftigt. Sie heißt Flunterl (Flüchtlingsunterstützung Erlangen) – http://flunterl.tk
[...] 19:00 Theater der Flüchlingsunterkunft Würzburg fällt leider aus! [...]
Ja, ich würde das mit den “bürokratischen Hürden” auch umformulieren – der betreffende Schauspieler sicherlich nur eine sogenannte “Duldung” und muss sich, wie oben erwähnt, für jeden “Ausflug” erst mal beim Ausländeramt eine Genehmigung besorgen, bzw. es versuchen (was im Übrigen für den Antragsteller ein unheimlicher Zeitaufwand ist und s.o. auch nicht unbedingt genehmigt wird!). Je nach dem dürfen Menschen mit Duldung z.B. das Bundesland nicht verlassen, manchmal jedoch ist es auch wirklich auf das Stadtgebiet beschränkt, und somit sind sie in ihrer Freiheit (und nicht nur der Bewegungsfreiheit) extrem eingeschränkt. Duldungen müssen im Übrigen auch regelmäßig verlängert werden, zum Teil sogar alle 2 Wochen. Wer sich da schon beklagt, dass er mal aufs Einwohnermeldeamt muss, um seinen Wohnsitz umzumelden oder einen neuen Pass anzufordern, sollte mal versuchen sich in DIESE Situation hineinzuversetzen.
Wirklich schade, hatte mich echt auf dieses Theaterstück gefreut!