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Grundideale

Diese Grundideale haben wir uns als Gruppe Bildungsprotest Erlangen als längerfristige Grundlage gegeben. Erarbeitet haben wir sie gemeinsam mit anderen Gruppen im Bündnis Bildung-Grün-Links FAU.

Diese Ideale gelten auch als Richtlinie für Postings auf dieser Seite.

Inhaltsverzeichnis

1. Gleichstellung

Wir setzen uns aktiv für die Gleichstellung aller Menschen ein. Wir akzeptieren keine Diskriminierung von Menschen, insbesondere auf Grund von Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung, Glauben, Behinderung, Familienstand, Alter oder Studiengang. Die Beseitigung bestehender Benachteiligungen in unserer Gesellschaft ist unser Ziel. Für uns gilt es, sowohl die institutionelle Ungleichheit zu bekämpfen als auch diskriminierende Denkmuster in den Köpfen zu durchbrechen.
An der FAU sehen wir einige Defizite in Sachen Gleichstellung: Die Anzahl Professorinnen ist wesentlich geringer als die der Professoren, auch haben ausländische Studierende mit zahlreichen Hürden zu kämpfen.

2. Demokratisierung der Hochschule

Seit der Studentenrevolte der 68er hat die bayerische Politik alles unternommen, um den Einfluss der Studierenden an den Universitäten einzuschränken. Die jetzige Situation, in der die Rahmenbedingungen des Studiums hinter dem Rücken der Studierenden festgelegt werden, steht in krassem Widerspruch zu den Zielen von Hochschulbildung. Der Besuch einer Universität darf nicht nur Faktenwissen vermitteln, sondern muss die Studierenden auch ermutigen, sich mit wissenschaftlichen Tugenden wie kritischem und analytischem Denken zum Wohle der Gesellschaft einzubringen.
Hierfür halten wir eine basisdemokratische und verfasste Studierendenschaft für unabdingbar. Diese soll, als finanziell unabhängige Teilkörperschaft, die Belange aller Studierenden unabhängig von Studiengang und Fakultät auch politisch vertreten.
Desweiteren müssen die Rahmenbedingen der Universität gewährleisten, dass ein demokratisches Engagement an der Universität zusätzlich zu Studieninhalten ermöglicht wird.
Außerdem treten wir für die Etablierung von hochschulweiten Institutionen zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Studierenden untereinander, sowie mit der Stuve und mit den Unigremien ein. Ebenso wichtig ist uns die Intensivierung der überregionalen Kommunikation und hochschulübergreifenden Vernetzung der Studierenden.
Zu einer demokratischen Universität gehört ebenso die Förderung und Einbindung vielfältiger kultureller Veranstaltungen und Projekte, die von Studierenden selbst organisiert werden.
Wir halten es für selbstverständlich, alle Entscheidungen und alle Ausgaben, sei es von Seiten der Universitätsleitung oder der Studierendenvertretung transparent und nachvollziehbar zu machen und die Studierenden in die Entscheidungsprozesse einzubinden. Eine lebendige Demokratie mit engagierten Studierenden an der Hochschule kann nur auf Basis von Transparenz und Politisierung umgesetzt werden.

3. Freie und nachhaltige Bildung

Die Ökonomisierung vor allem der Bildungsinstitute schreitet weiter voran. Nicht die Horizonte der Studierenden sollen erschlossen werden, sondern kurzfristig Humankapital für die Arbeitswelt. Entgegen dieser Entwicklung fordern wir eine nachhaltige und freie Bildung, die sich am Individuum selbst orientiert.
Nur aus einem nachhaltigen, langfristig gedachten Bildungskonzept ergeben sich Wissensweitergabe, Wissenszuwachs und Innovationen.
Ebenso unerlässlich ist die Freiheit, den eigenen Studienplan selbst flexibel planen zu können, sowohl zeitlich, als auch im Hinblick auf Breite oder Spezialisierung der Inhalte. Bildung steht im Zeichen der Unabhängigkeit von Wirtschaft und Politik. Wir lehnen Sponsoring ab, da es immer eine Abhängigkeit bedeutet.
Bildung sollte jedem Studenten frei zugänglich sein und ihm die Möglichkeit bieten sich selbst zum mündigen Menschen zu erziehen und eine kritische Persönlichkeit zu entwickeln. Dies ist nur zu gewährleisten, wenn die Studierenden durch die Abschaffung der Studiengebühren finanziell unabhängig sind. Ferner sollte ein gänzlich freies und gerechtes Bildungsangebot für alle Menschen möglich sein.
Bildung muss in den Haushalten eine höhere Gewichtung erhalten und in sie müssen mehr staatliche Gelder investiert werden.
Unabdingbar ist es ebenfalls, dass mit der Hochschulzugangsberechtigung ein vollständiges Studium, d.h. inklusive Master-Abschluss, möglich ist.

4. Ökologische und gesellschaftliche Verantwortung

Das traditionell ausschließlich an stetigem Wachstum und Profit orientierte Wirtschaftssystem, besonders sein Umgang mit Ressourcen, kann angesichts begrenzter Rohstoffe, sowie einer weltweit wachsenden Bevölkerung langfristig nicht bestehen. Zudem schafft die globale Wirtschaftsordnung die Grundlage für Ausbeutung und Umweltzerstörung. Ein Umdenken muss eher früher als später stattfinden!
Wir fordern daher, dass die Universität als öffentliche Einrichtung ihrer ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung nachkommt. Insbesondere hat der Ausbildungsort der nächsten Generation eine Vorbildrolle und einen Erziehungsauftrag inne. Möglichkeiten nachhaltiger Entwicklungsmodelle für die menschliche Gesellschaft sollten stärker Thema von Forschung und Lehre sein.
Ansätze, wie eine für alle Menschen gerechte und langfristig funktionierende Gesellschaft aussehen kann, dürfen jedoch keine Gedankenspiele bleiben, sondern müssen von uns Akademiker_Innen vorgelebt werden. Daher verlangen wir gerade von der Universität einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie und allen anderen Rohstoffen.
Des Weiteren muss die Universität ein Ort der vorgelebten Demokratie sein, die das Nachkommen mündiger Staatsbürger_Innen fördert, anstatt dies zu erschweren.

5. Arbeit in Gremien und außerhalb

Die Arbeit in den Uni-Gremien ist bekanntermaßen beschränkt. Deshalb ist politischer Protest auf der Straße, wie Demonstrationen oder Kundgebungen, nötig, um die Missstände an der Universität und im Bildungssystem in die Öffentlichkeit und in das Bewusstsein der Gesellschaft zu bringen. Durch Öffentlichkeit können wir Druck auf die Universitätsleitung und politische Entscheidungsträger_Innen aufbauen und Unterstützer_Innen finden, um so unseren Forderungen mehr Gewicht zu verleihen.

6. Aktivierung

Das Ziel ist es, das studentische Leben an der Universität Erlangen-Nürnberg zu verbessern, wobei auch keine Konfrontation mit der Universitätsleitung gescheut wird.
Das Wichtigste bei allen genannten Vorhaben ist es jedoch, die Studierenden wieder aktiv in die Hochschulpolitik einzubeziehen, so dass alle Studierenden die Universität gemeinsam nach ihren Vorstellungen gestalten können. Deswegen ist es unser oberstes Ziel, Studierende zu ermutigen, sich zu engagieren. Denn: Wenn man etwas ändern will, reicht es nicht nur sein Kreuz zu machen!

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