Meinungsbild (14)
22. November 2009 18:45
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Ich gehöre zur ersten Generation der Versuchskaninchen.
Unwissenheit unter den Professoren bezüglich unserer Studienzukunft sind wir leider schon gewohnt. Das hat sich insbesondere gezeigt, als sich ein Großteil der Profs der Mathematik zusammen mit Studenten getroffen hat, um die Bachelor-Seminare und Masterzukunft zu besprechen. Es herrschte erstens keine Klarheit über die Seminare an sich, noch ob es überhaupt einen Master für Wirtschaftsmathematiker an der Uni Erlangen geben würde. D.h. bis zu diesem Meeting (SoSe 09) war der Studiengang nur maximal bis ins 5. Semester genau geplant. Alles was darüber hinaus ging, stand noch recht in den Sternen – beruhigend zu wissen, dass man keine Ansprechperson hat die sich auskennt, und die Professoren sich untereinander nicht einig sind.
Bei diesem Meeting wurde auch eine weitere Sache klar gestellt: Die Uni Erlangen lockte zu Beginn des WS 07/08 Lehramtler an, in dem diesen versprochen wurde, dass sie automatisch mit dem 6. Semester einen Bachelorgrad erhielten. Dass dies sich im Nachhinein als komplett falsch und juristisch nicht machbar herausstellte, wurde kleinlaut bekannt gegeben. Aber wie gesagt: Bis dorthin waren schon 4 Semester vergangen.
In totaler Voraussicht wurden die Klausuren der Mathematik gesammelt ans Ende der Semesterferien gelegt. Schöner Nebeneffekt: Es hieß, man könne dann die Semesterferien über lernen. Schlechter Nebeneffekt: Praktika, die u.a. als Ersatz für Schlüsselqualifikationen herhalten sollen (laut Prüfungsordnung), dürfen (laut Prüfungsordnung) nur in den Semesterferien abgeleistet werden. Da gibt sich schon das erste Problem, wie soll man für teilweise 4 Klausuren, die in einer Woche stattfinden, lernen, wenn man doch nebenbei den ganzen Tag mit dem Praktikum beschäftigt ist. Daraus ergibt sich schon das nächste Problem, wie soll man ein Praktikum von einer Firma erhalten, wenn man in der Bewerbung klar machen muss, dass man sicher an einigen Tagen wegen Klausuren fehlen wird. Meistens werden auch nur Studenten genommen, die mindestens 3 Monate Praktikum machen. Doch woher sollen wir 3 Monate Zeit nehmen, wenn doch die Semesterferien meist nur 2,5 Monate lang sind? Sehr praxisorientiert dieser Bachelor also.
Sicherlich war der nächste Punkt auch im Dipl.-Studium schon so, wird jetzt aber durch den Bachelor noch verstärkt: Thema Übungsblätter. Es ist in der Mathematik meist so, dass Übungsblätter angefertigt werden müssen. Es müssen dann 50 % der Punkte erreicht werden, um erste einmal zur Klausur zugelassen zu werden. Also quasi eine Klausur-Klausur die sich über das ganze Semester streckt. Je nach Anzahl der Fächer oder sollte ich besser sagen „vorgegebenen Module“, summiert sich die Anzahl der Übungsblätter schnell auf 3 Stück pro Woche auf. Jetzt werden die einen sagen, gut so ein Übungsblatt ist bestimmt nicht so der Hammer; ich zitiere hier einen Professor, den ich ihm 1. Semester hatte: „Es ist ganz normal, dass man sich mit einem Übungsblatt 30 oder mehr Stunden beschäftigt und dass man in der Woche mehr als 60 Stunden mit der Uni beschäftigt ist.“ Danke sage ich, bei 90 Stunden Übungsblätter bearbeiten bleibt ja nicht mehr viel Zeit um überhaupt noch in die Uni zu gehen oder noch ein Stück Lebensqualität zu haben. Jede Gewerkschaft hätte hier den Generalstreik ausgerufen. Natürlich kommt eine „Vor-und Nachbearbeitung“ der Vorlesungen oben drauf sowie die Vorlesungen der anderen Fachbereiche -schwubbs ist die Woche perfekt. Der Druck, 50 % der Punkte zu erreichen, um überhaupt erst einmal zur Klausur zugelassen zu werden ist so stark, dass das Abschreiben von Lösungen leider schon ganz normal ist, denn wer kann (vom Wollen will ich hier nicht sprechen) schon Tag & Nacht nur über irgendwelche Übungsblätter brüten. Der Lerneffekt ist somit maximal. Auch wird oftmals danach zugestanden, dass manche Aufgaben wirklich fast unlösbar waren, doch Punkte wurden auch auf diese Aufgaben vergeben.
Zitat „Fachkräftemangel“: Die GOP-Prüfung, die nach den ersten beiden Semestern an der Tagesordnung war, hat natürlich auch dazu beigetragen, dass unser Studiengang um ein erhebliches Maß kleiner wurde. In Analysis I & II sowie Lineare Algebra I & II (Pflicht für jeden Mathematikstudenten) wurde pro Semester je eine Prüfung geschrieben. Man durfte rein rechtlich 3 Mal eine solche Klausur schreiben. Problem jedoch war, dass bis zur GOP am Ende des 2. Semesters bereits die bestanden Prüfungen vorliegen mussten, somit entfiel aus terminlichen Gründen der 3. Versuch, auf den man rein rechtlich einen Anspruch hatte. Die Prüfungsordnung hat sich also selbst widersprochen. Hatte man also das Pech, und lieferte zwei erfolgreiche Analysis-Klausuren ab und eine erfolgreiche in Linearer Algebra ab und hat sich noch durch die mündliche Prüfung gequält (in der übrigens über die ersten beiden Semester in beiden Fächern zusätzlich noch einmal geprüft wurde – vierfach hält besser), so hatte man trotzdem Pech, wenn man die zweite Klausur in Linearer Algebra nicht bestanden hatte. WEG VOM FENSTER. Schöner Nebeneffekt: Man wäre dann an dieser Uni gleich für sämtlichen mathematischen Fächern gesperrt gewesen und hätte, wenn man weiter in diese Richtung studieren hätte wollen, die Uni wechseln müssen. Leider sind dann schon 2 Semester auf Deutsch gesagt im Arsch gewesen. Unser Staat kann es sich also leisten, kurzen und schnellen Prozess zu machen und Leute bereits nach so kurzer Zeit aus dem Studium zu werfen, wenn doch ach so viele Fachkräfte fehlen.
Neu seit dem der BSc. bei uns eingeführt wurde, ist auch, dass gängige Module, wie sie haargenau auch die Diplomer durchschreiten mussten, neu erfunden wurden. Bis jetzt langte es scheinbar, dass ein zukünftiger Dipl. Mathematiker sich mit Ökonomen in einen Raum setzte und dann mit ihnen die selbe Vorlesung in Statistik hört, der Schwierigkeitsgrad ist dementsprechend. Neuerdings ist es uns nicht mehr möglich eben jenes zu tun, denn für uns wurde ein neuer Statistik-Kurs erfunden, der neben umfangreicheren Stoffgebieten auch noch Zusatzelemente wie Programmieren o.ä. enthält. Heißt das also, dass der bisherige Statistikkurs zu leicht war für Mathematiker oder müssen Bachelor einfach was Spezielles haben?
Es heißt ja, dass man nach dem BSc. sofort ins Arbeitsleben starten könnte, es wurde uns aber noch nicht mal ansatzweise in irgendeinem Seminar/Vorlesung etwas Praxisnahes vermittelt. Die reine Theorie reicht einfach nicht aus, um in das Arbeitsleben zu starten, wenn man nur Bücher gewälzt hat. Jeder Realschüler macht in seiner Schullaufbahn angewandtere Sachen als ein deutscher Student. Soll ich nach 6 Semestern meinem Arbeitgeber irgendeine Theorie vorbeten, die nicht mal ansatzweise auf die freie Wirtschaft übertragbar ist oder soll ich ihm was über Sigma-Algebren erzählen? Er würde mir den Vogel zeigen!
Bulemie-Lernen wird nirgends wo so gefördert wie im Bachelor-Studium. Bei mehreren Fächern, die innerhalb kurzer Zeit geprüft werden, ist man froh wenn die stressigen Wochen rum sind und man den Kopf wieder ein bisschen frei bekommt. Mehrere Ordner auf Punkt zu lernen und das meiste wieder zu vergessen ist ganz normal. Denn was ist der Sinn dahinter, eine Liste mit 40 Begriffen auswendig zu lernen, diese hinzuschreiben und danach im Studium nie mehr davon zu hören? Man muss Sachen wieder vergessen um überhaupt wieder Platz für die nächste Prüfung zu bekommen.
Es wird Zeit etwas zu verändern, es wird Zeit insbesondere der CSU in Bayern klar zu machen, dass ihr eingeschlagener Bildungskurs (G8, Büchergeld, Studiengebühren, Bachelor) geradewegs auf den geistigen Abgrund zuführt. 50 Jahre lang hat alles funktioniert, jeder ging 9 Jahre ins Gymnasium, ging teilweise 13 und mehr Semester KOSTENLOS studieren und war eine anerkannte Fachkraft mit Dipl. oder Magister Abschluss – jetzt meinen Bürokraten das Rad neu erfinden zu müssen, obwohl sie nicht mal ansatzweise in der Lage sind, die wahrhaftige Lern- und Studiersituation einschätzen zu können. Ich erwarte auf absehbare Zeit den „Day after Tomorrow“ in der deutschen Bildungszukunft, wenn sich nicht schnell etwas ändert. Überall fehlt es an Geld, doch wenn eine Bayerische Landesbank am Abnippeln ist, wird nicht nur ansatzweise rational gedacht: Es ist heutzutage schon normal nur noch von Milliarden, von hundert Milliarden und mehr zu reden. Doch geht es um 500 € so holt man erst einmal den großen Taschenrechner raus und dreht jeden Cent um. Es wird nur noch über Gewinne gesprochen (5 % weniger Gewinn wie im Vorjahr sind heutzutage übrigens Verluste und keine Gewinne mehr). Doch wie soll denn eine Gewinn machen? Geht einfach nicht, denn diese Einrichtung hat einen ganz anderen Zweck als Gewinn zu machen. Der Gewinn, der von dieser Einrichtung ausgeht, kann man nicht mit Geld aufwiegen, denn dieser geht direkt in die Gesellschaft wieder ein und sorgt nachhaltig für Wohlstand.
Anonym, Mathematik
Meinungsbild (13)
22. November 2009 18:30
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Ich studiere noch nach der alten Lehramtsprüfungsordnung, nicht auf Bachelor. Trotzdem gibt es ziemlich viele Dinge, die sich meiner Meinung nach vor allem im Lehramtsstudium ändern müssten:
1. Magister- und Lehramststudium (jetzt: BAchelor-und Master) sollten generell voneinander getrennt werden (vor allem durch eigenständige Kurse, die speziell auf das Lehramtsstudium ausgerichtet sein müssten!)
2. Das Studium sollte nicht zu wissenschaftlich orientiert sein, sondern vielmehr auf den späteren Lehrplan abgestimmt werden.
3. Die Praxis sollte generell mehr im Vordergrund stehen.
4. Es gibt keine Ansprechpartner bei Fragen zur grundlegenden Organisation des Studiums, zu Prüfungen, vorgezogenen Prüfungen, Anmeldeterminen, Auslandsaufenthalten, Praktika, etc. Es müsste eine Stelle an der Uni eingerichtet werden, die nur dazu da ist, Fragen in Bezug auf das Lehramtsstudium zu beantworten. Auch ein schriftlicher Wegweiser mit allen notwendigen E-mail Adressen, Kontakten und wichtigen Anmeldeterminen wäre notwendig.
5. ein für alle Fächer und alle Fakultäten einheitliches Kursanmeldesystem sollte dringend eingerichtet werden. Mittlerweile habe ich schon eine einseitige Liste mit LogIns und Passwörtern!
6. Es sollte weniger Geld für sinnlose Tutorien zu Vorlesungen!!!!! ausgegeben werden. Stattdessen sollten mehr Professoren eingestellt werden!
Marion, Lehramt Gymnasium Deutsch/ Geschichte/ Sozialkunde, Semester 8
Meinungsbild (12)
22. November 2009 18:25
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Ich nutze die Chance hier zusammenzutragen, was mir v. a. seit Einführung der Studiengebühren aufgefallen ist.
Allem Voraus: ich studiere Theater- und Medienwissenschaften und NDL auf Magister (daher habe ich keine Anmerkung zu BA etc.)
Lobend möchte ich die Theaterwissenschaft hervorheben, hier ist alles in Ordnung, mit Ausnahme der Raumsituation. Es ist einfach zu voll. Aber das Institut bittet um Anregungen, sorgt für Transparenz bei der Verteilung der Gelder und setzt Vorschläge schnell um! So soll es sein.
In der Germanistik habe ich andere Erfahrungen machen müssen. Da brüstet man sich, man verwende das Geld nur für die Lehre, teilt aber in keiner Weise mit, welcher Betrag wohin fließt. Das einzige, was gut lesbar verkündet wurde, ist, dass ein ganzer Raum (4A1) finanziert durch Studienbeiträge, saniert wurde, wie auf einem Schild in dem Raum vermerkt ist. Bei Anfrage, wie die Gelder verteilt werden, blockten die Professoren, mit denen ich sprach ab und verweisen auf die FSI, die könnte ja eine Aufstellung machen und veröffentlichen.
Für Seminare muss man sich seit einiger Zeit bewerben, was ich nicht nachvollziehen kann. Ich habe in Germanistik länger keinen überfüllten Kurs mehr besucht, wahrscheinlich ist das ein positiver Effekt der Gebühren: das Lehrangebot ist nämlich seit Einführung der Studiengebühren tatsächlich gestiegen – der Haken daran ist allerdings, dass die Kurse häufig zeitgleich stattfinden, weshalb die tatsächlich belegbare Menge an Kursen sich nicht wirklich vergrößert hat.
Ein riesiges Ärgernis ist für mich die Bibliothek. In der Germanisitk und Theaterwissenschaft kann man Bücher nur 2 Wochen ausleihen. Dazu muss man Papierzettel ausfüllen. Das ist an sich nicht schlimm, aber in der Unibibliothek Bayreuth, z. B. gab es auch schon vor den Studiengebühren die Möglichkeit, alle Bücher 4 Wochen lang auszuleihen und sich die Bücher innerhalb von einer Stunde aus jeder Zweigestelle oder dem Magazin in jede andere Zweigstelle zu bestellen. Das geht an der FAU nicht, obwohl manche Bücher in Nürnberg stehen. Manche Bücher sind vorhanden, aber nicht katalogisiert. Man muss also warten, bis sie irgendwann katalogisiert werden. Aber wer hat während des Studiums schon so viel Zeit bei der Vorbereitung einer Arbeit oder eines Vortrags?
Der absolute Tiefpunkt war aber ein Erlebnis in der Teilbibliothek der Christlichen Publizistik. Da in dem erschreckend maroden Haus zu wenig Seminarräume zur Verfügung stehen, wird die Bibliothek als Seminarraum benutzt, weshalb sich der Zeitraum, in dem man Zutritt zur Bibliothek hat, relativ verkürzt. Ich war an einem Montag oder Dienstagnachmittag in der Bibliothek und dann erklärte man mir, ich müsste den Ausleihzettel (den ich nach vergeblicher Suche nach einer Hilfskraft, oder einem Ausleihschalter aus irgendeinem Sekretariat bekommen hatte), noch einmal von einem Bibliothekar gegenzeichnen lassen. Leider sind die, so wie ich das verstanden habe, ich mag mich irren, vorwiegend vormittags da, wohl auch an zwei Nachmittagen. Just in dieser Woche waren alle Bibliothekare auf einer Konferenz oder dergleichen und daher hätte ich fünf Tage warten müssen, bis ich das Buch hätte ausleihen können. Prekär, 14 Tage vor der Prüfung. Will man nicht Studium und Lehre verbessern? Warum stellt man keine Vertretung für die Bibliothekare ein? Warum geht das an anderen Zweigstellen? Und warum funktioniert das in anderen Unis auch ohne Studienbeiträge?
Und: wenn ich Bücher nicht länger ausleihen kann und folglich viel kopieren muss, warum erhalte ich dann am Anfang des Semester kein Kopierkontingent von etwa 1000 Seiten von der Uni? Das wäre doch ein guter Kompromiss, auch was die rechtlichen Probleme beim Erstellen der Reader angeht.
Ein Semesterticket fände ich vor allem bei einer Uni, die auf 2 Städte verteilt ist, sinnvoll und nötig. Es muss nicht kostenlos sein, ich würde auch 100 Euro dafür zahlen, schließlich würde sich das schon nach 10 Fahrten nach Nürnberg und zurück lohnen. Ich weiß, dass das Ticket von einer StuVe irgendwann abgeschafft wurde, aber diese Studenten sind längst nicht mehr an der Uni und man sollte das Thema neu aufrollen. An einigen Unis muss man das Ticket nicht nehmen, sondern kann es zurück geben und bekommt dann Geld zurück. Ich fände das genau richtig.
Und jetzt noch mein Lieblingsaufreger: Das Leonardo-Kolleg. Ja ich weiß, es waren Studenten, die die Regelung abgeschafft haben, dass die besten 5 % jedes Studienganges von den Gebühren befreit werden. Aber es ist der blanke Hohn, dass auf der Homepage des Leonardo-Kollegs und auch bei jeder öffentlichen Veranstaltung des Kollegs behauptet wird, dass es durch den “Verzicht [der Studenten] auf eine mögliche Befreiung von den Studienbeiträgen für die Besten ihres Faches finanziert wird.” Ich war unter den besten 5% und ich wurde niemals gefragt, ob ich auf irgendetwas verzichte. Hinzukommt, dass viele Veranstaltungen öffentlich sind, also jeder davon profitiert, nicht nur die Besten. Am schlimmsten allerdings ist, dass ich hören musste, es hätte bei der einen oder anderen Veranstaltung danach wohl ein exklusives Buffet nur für Leonardo-Kolleg Mitglieder gegeben. Das, ebenso wie die Zuteilung von kostenlosen Eintrittskarten zum Schlossgartenfest, als auch der Plan irgendwann Krawattennadeln, etc. mit Leonardo-Logo herstellen zu lassen, hat nichts mit Lehre, Studium oder Förderung von Begabten zu tun. Es mag sein, dass all diesen Behauptungen Missverständnisse meinerseits zu Grunde liegen, fast möchte ich das hoffen. Schließlich steht in der Satzung zum Thema Finanzierung folgendes:
“§ 8 Finanzierung
(1) Das Leonardo-Kolleg finanziert sich durch Studienbeiträge.
(2) Die Finanzierung umfasst die personelle und sachliche Ausstattung der Geschäftsführung sowie die Mittel, die zur Durchführung von Veranstaltungen und Gratifikationsprogrammen zur Verfügung stehen.”
Sollte es ich also nicht um Missverständnisse handeln und die besagten Dinge tatsächlich in dieser Form passieren, sollte man dringend untersuchen, ob hier eine Veruntreuung von öffentlichen Geldern vorliegt.
Zu guter Letzt möchte ich noch anmerken, dass ich zu einigen dieser Probleme bereits Gespräche mit einzelnen Professoren und auch Herrn Prof. Grüske geführt habe. In jedem Fall war ich sehr enttäuscht. Entweder schob man die Schuld auf andere (also die Institutsvertreter auf die Uni, die nicht genug Geld zuteilt, oder die Unileitung auf den Freistaat, der bestimmte Formen der Verwendung der Gelder verbietet), oder man belog mich. Frau Prof. Haberer und Herr Prof. Grüske versicherten mir zu Beginn des WS 2008/09, dass das Prüfungsamt künftig bis 18.00Uhr geöffnet sein würde – bis heute endet der Publikumsverkehr um 12.00 Uhr.
Vielen Dank für die Initiative!
Antonia G., Theater- und Medienwissenschaften und NDL auf Magister
Meinungsbild (11)
22. November 2009 18:18
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Die Skripte werden zu zwei Drittel ausgeteilt, es sollte bei allen so sein. Das restliche Drittel gibts nur zum Herunterladen oder sogar nur als Buch. Die Skripte, die es nur zum Herunterladen gibt werden dann im Etech-CIPool ausgedruckt, was darauf hinausläuft, dass dort die Drucker meistens defekt sind. Ineffizient und unökonomisch ist dieses Vorgehen sowieso. Ein obligatorische Skript als Buch zu verkaufen, ist auch recht unverschämt, schließlich werden die Profs. schon aus öffentlichen Geldern bezahlt.
Ein unwichtiger, aber sehr leicht zu erfüllender Punkt ist ein anständer Studentenausweis. Im Ausland wird man für diesen selbst ausgedruckten Papierfetzen nur ausgelacht. Nach Möglichkeit sollte dort dann auch gleich die Mensakarte integriert sein.
Die Möglichkeit mit einem Bachelor den Master zu machen sollte unabhängig von der Note sein. Jetzt ist es vergleichbar damit, nach dem Vordiplom herausgeworfen zu werden.
Südgelände: Die kostenpflichtigen Parkplätze sollten nicht ausgeweitet werden, wie geplant. Ich brauche mit dem ÖPNV gut dreimal solange wie mit dem Auto, daher ist er keine Alternative. Eine Semesterkarte für alle halte ich für nicht so gut, da sie viele gar nicht brauchen. Andererseits würde es die Campus-Atmosphäre und den interdisziplinären Austausch fördern, wenn man als Student frei in Erlangen fahren kann.
Ein positiver Punkt ist das Essen an der Südmensa, dieses hat sich im letzten Jahr deutlich verbessert. Es gibt nun sogar Teller!
Schmidt, EEI (Elektrotechnik), 5. Semester
Meinungsbild (10)
22. November 2009 18:15
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Ich studiere Wirtschaftswissenschaften in Nürnberg an der WISO. Jetzt bin rechnerisch im dritten Fachsemester. Leider fehlen mir aber immer noch zwei Prüfungen aus dem zweiten Semester. Dass ich zu wenig getan habe, kann ich mir nicht vorwerfen. Gelernt habe ich wirklich genug. Aber da die Prüfungstermine nur wenige Tage auseinander lagen, war es unmöglich alles zu schaffen. An gute Noten überhaupt nicht erst zu denken. Aber ich bin nicht die Einzige. Es geht fast allen so. Und abgebrochen haben auch schon genug. Und das obwohl viele Wirtschaftswissenschaften mit BWL gleichsetzen und nur denken: „BWL – muss man ja nicht viel für tun“. Vielleicht war das im Diplom der Fall, im Bachelor ist das Vergangenheit.
Mit mir das Studium begonnen haben ca. 1.000 Leute. Eine wesentlich größere Zahl, als in den Jahren zuvor – ohne Studiengebühren. Diese 1.000 Studenten merkt man überall. Übungsräume sind bereits 20 Minuten vor Übungsbeginn nicht mehr betretbar. Trotzdem stehen noch etliche Studenten vor dem Raum und wollen verzweifelt in den Raum kommen. Ohne Chance. Alles überfüllt. Belüftungsanlagen kommen teilweise nicht mehr nach. In den Räumen ist eine schlechte Luft, die die Konzentration stört. Im hinteren Teil des Raums kann man weder was hören noch sehen. Der größte Hörsaal in Nürnberg (Kapazität etwa 800 Personen) reicht nicht mehr aus. Es wurde eine Live-Übertragung in einen zweiten Hörsaal und Online-Aufzeichnung eingerichtet. Hier fließen nahezu alle Studiengebühren rein. Ist eine nette Sache, wäre aber bei einer normalen Anzahl Studenten nicht nötig, da alle in einen Hörsaal passen würden.
Sprachkurse sind verpflichtend im Modulplan vorgesehen. Nur leider nicht in ausreichender Menge vorhanden. Das Anmeldesystem bricht, bei Anmeldebeginn, regelmäßig zusammen. Deshalb kann eine Anmeldung schon mal fünf Stunden dauern. Wenn man Glück hat, bekommt man einen Platz.
Zudem ist der Gang zur Frauentoilette in einer 15-Minuten Zwischenpause nahezu unmöglich. Schlangen bilden sich bis vor die Tür, da auch diese Kapazitäten nicht mehr ausreichen Von den Hygienezuständen abgesehen. Eine Lösung ist, in den fünften oder sechsten Stock zu gehen um dort seinen Toilettengang zu erledigen. Kommt man danach zurück, ist natürlich der Übungsraum überfüllt und man hat keine Chance mehr in die notwendige Übung zu kommen.
Auslandsstudienplatz ist auch so ein Problem. Immer wieder heißt es: „Ein Auslandsaufenthalt ist unumgänglich“. Auch hier ist natürlich eine Masse an Bewerber auf viel zu wenig Auslandsstudienplätze. Die Chancen in beliebte Länder wie England zu kommen sind sehr gering. Offiziell heißt es: jeder der möchte, kriegt einen Studienplatz im Ausland. Die Frage ist nur: wo? Partneruniversitäten haben wir auch in Österreich. Ist bestimmt ein schönes Land, aber für ein Auslandssemester nicht sehr attraktiv.
Das gleiche Problem hat man bei Computerräumen, in der Prüfungszeit in der Bilbliothek, bei der Suche nach freien Lehrinseln …
Finanziell gesehen, sind die 500 Euro Studiengebühren noch das kleinste Übel. Dazu kommen bei mir in der Regel im Semester noch 600 Euro Fahrtkosten, Skripte, Kopierkosten, Bücher, Anschaffung für Drucker … . Ohne Arbeiten geht es finanziell bei den meisten Studenten nicht. Leider ist das aber bei 30 – 35 SWS nicht ganz einfach.
Mit der Zeit hört man auf sich über diese ganzen Punkte aufzuregen. Die Hoffnung auf Änderung ist gering. Eine Lösung wäre allgemein weniger Studenten zuzulassen. Dies wird aber, solange es Studiengebühren gibt, nicht passieren.
Michaela M., Wirtschaftswissenschaften
Meinungsbild (8)
22. November 2009 17:14
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Dieses Semester haben wir jeden Tag mindestens ein Seminar, in dem per Unterschriftenliste unsere Anwesenheit geprüft wird. Wir dürfen im ganzen Semester pro Veranstaltung nur einmal mit Attest fehlen. Das führt dazu, dass kranke Studenten sich in die Uni schleppen, nicht gesund werden und Kommilitonen wohlmöglich noch anstecken (bereits in der 3. Uniwoche waren 60% krank in der Uni). Es kann nicht sein, dass man nicht einmal gesund werden kann, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen! Es sollte doch in unserer eigenen Verantwortung liegen verpassten Stoff nachzuholen!
Anonym, Molekulare Medizin, 3. Semester
Erinnerung: Beschwerde-Mails (Studienbedingungen)
22. November 2009 12:00
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Ganz gleich, ob das Online-Anmeldesystem, die überfüllten Räume oder die vielen Klausuren: An allen Ecken und Enden gibt es in den einzelnen Studiengängen konkrete Probleme und zahlreiche Mängel. Maile uns, was für Probleme DU in deinem Studiengang hast und wie DU sie lösen würdest. Wir brauchen möglichst viele Mails, die wir in unserem Blog veröffentlichen können, um zu zeigen, dass wir ein Mitspracherecht brauchen.
Das ist kein Forderungskatalog – wir wollen das Spektrum eurer Probleme in einen größeren Kontext bringen.
Mailt an meinungsbild@faubrennt.de
Gebt bitte unbedingt Name, Studienfach und Semesterzahl an und ob wir die Beschwerde mit Namen oder ohne veröffentlichen sollen!
Bereits eingegangene Meinungen könnt ihr in der Kategorie Meinungsbild einsehen.
Meinungsbild (7)
21. November 2009 22:23
Erstellt von Presseteam in : Meinungsbild , 3Kommentare
Mich stören besonders die vielen verschiedenen Online-Anmeldesysteme. Ich bin bei Cassy, MeinCampus, Studon, Univis und Oktis angemeldet. Da verliert man leicht den Überblick, wenn man verschiedene Passwörter hat. Wünschen würde ich mir hier eine Vereinfachung und Vereinheitlichung der Systeme. Außerdem werden ECTS-Punkte uneinheitlich in verschiedenen Fächern vergeben. In manchen Fächern muss man für einen ECTS-Punkt viel mehr arbeiten als in anderen. Toll wären mehr Tutorien zur Auf- und Nachbereitung des Stoffs.
Peter, Soziologie und Politische Wissenschaft, 5. Semester
Meinungsbild (6)
21. November 2009 22:22
Erstellt von Presseteam in : Meinungsbild , Ein Kommentar bisher
In meinem Studiengang, Life-Science-Engineering, gibt es leider Probleme mit der Vergleichbarkeit. Deshalb sind Uniwechsel schwer möglich und ein Auslandssemester ist komplett unmöglich, denn Studienleistungen im Ausland werden nicht anerkannt. Zusätzlich finde ich, dass ECTS-Punkte nicht einheitlich vergeben werden. In allen Studiengängen muss man die gleiche Summe von Punkten erlangen, obwohl man unterschiedlich viele Wochenstunden hat. Zeitaufwand und Leistung werden also nur ungenau durch ECTS-Punkte widergespiegelt. Sehr schön fände ich ein größeres Angebot an Wahlpflichtfächern.
Veronika W., Life-Science-Engeneering, 3. Semester
Meinungsbild (5)
21. November 2009 22:18
Erstellt von Presseteam in : Meinungsbild , Ein Kommentar bisher
Ich hätte gerne eine größere Auswahl an Seminaren, die ich für die einzelnen Module wählen muss. Außerdem würde ich beim Aufbau meines Studiums mehr selbst bestimmen können. Leider haben wir im Studium keinen sehr großen Praxisbezug, was uns später einiges erleichtern würde. Was ich auch super fände, wäre mehr Hilfe bei der Suche nach Praktika.
Anne H., Germanistik und Theater- und Medienwissenschaften, 3. Semester
